Verein der Züchter und Halter
von Lamas und Alpakas Italiens

  

Themen:

  Lieber Tierfreund
  Abstammung und Domestikation
  Lama- und Alpakatypen
  Auslauf und Weide
  Der Unterstand
  Fütterung und Tränke
  Betreuung und Pflege
  Gesundheitsvorsorge und Pflege
  Verhalten
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  Kastration
  Krankheiten
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  Worauf ist beim Kauf eines Tieres zu achten
   

Struktur Lamaverein

Mitglieder

Verkauf

Fortpflanzung und Zucht

Lamas und Alpakas werden mit 1 bis 2 Jahren geschlechtsreif. Die Tragzeit beträgt etwa 11 Monate. Ab dem 10. Tag nach der Geburt kann die Stute wieder gedeckt werden, so dass gut ernährte Tiere jährlich ein Junges gebären können. Zwillingsgeburten sind ganz selten. Die Geburt findet meist vormittags oder über die Mittagsstunden statt, so dass das Fohlen bis zum Einbruch der Nacht trocknen kann. Mit 7-8 Monaten sollte das Fohlen abgesetzt werden, damit das Muttertier genügend Reserve für ein mögliches nächstes Junges hat.

Ein neugeborenes Fohlen muss am ersten Tag zwingend mit Kolostralmilch, die das Muttertier unmittelbar nach der Geburt produziert, versorgt werden. Diese Milch enthält Antikörper, welche die Abwehrkraft des Jungen stärkt. Muss ein Fohlen künstlich aufgezogen werden, so ist ihm innerhalb der ersten 12-24 Lebensstunden Kolostralmilch eines anderen Muttertieres wie Lama, Alpaka, Schaf oder Ziege zu verabreichen. Danach soll es anfänglich
6-8 Mal am Tag mit Milch gefüttert werden. Bei der Flaschenaufzucht ist – wie ganz allgemein bei den Fohlen während den ersten sechs Monaten – Vorsicht geboten: Der Kontakt Mensch – Fohlen darf nicht zu eng werden, der Mensch soll das Jungtier nicht verhätscheln! Dies kann zu einer Fehlprägung führen, bei der das Fohlen den Menschen als Gleichgesinnten und, nach der Geschlechtsreife, als Rivalen betrachtet. In der Folge wird es gegenüber dem Betreuer aggressiv, spuckt und greift ihn an! Ein Fohlen, das mit der Flasche aufgezogen wird, darf auf keinen Fall von der Herde getrennt werden, die Flasche soll ihm ohne Körperkontakt zum Menschen verabreicht werden.

Wer züchten will, muss sich überlegen, ob er dazu einen eigenen Hengst halten oder die Stute zum Decken weggeben will. Wichtig ist, dass in einer Stutenherde nur ein einziger Hengst vorhanden ist, denn mehrere Hengste würden sich gegenseitig bekämpfen und ernsthaft verletzen! Ein Zuchthengst, der vorübergehend nicht zum Einsatz kommt, sollte einerseits nicht in Sichtweite von Stuten sein und darf andererseits gemäß Tierschutzverordnung nicht isoliert gehalten werden. Hobbytierhalter, die züchten wollen, bringen also ihre Stuten am besten in einen Betrieb mit einem Deckhengst.

Alle Typen der Neuweltkameliden lassen sich untereinander kreuzen. Dies ist nicht erwünscht und man sollte deshalb paarungsfähige Lamas und Alpakas nicht in demselben Gehege halten.

Wer nicht züchten will, sollte sich besser eine Gruppe von Wallachen halten. Vor allem bei den Lamas sind Wallache einfacher zu halten als Hengste. Zudem sind die Wallache im Gegensatz zu Stuten oder Deckhengsten das ganze Jahr über als Trekkingtiere einsatzbereit.